PAR-System - Erklärung zu den einzelnen Parametern:
- A Aussehen gesamt:
- A1 Klarheit:
Weißwein ist positiv zu bewerten wenn er brillant, glanzhell, strahlend, klar ist, eher negativ, wenn noch transparent durchscheinend, blind, matt, stumpf, trüb. Ausnahmen wie nicht filtrierte Weine werden individuell beurteilt Rotwein ist positiv zu bewerten, wenn er dicht, dunkel, anthrazit, gut gedeckt ist; eher negativ, wenn er durchscheinend, transparent, hell ist.
Hier sind Weine individuelle entsprechend der Datenangaben zu beurteilen.
Allgemeine Erläuterung:
Blitzblank oder brillant sind Weine, die im Gegenlicht funkeln und keinerlei Trübung aufzeigen. und klar bezeichnet man Weißweine, die Aufgrund ihrer großen Dichte und damit verbundenen Farbtiefe viel Licht absorbieren und nicht den leicht brillanten Effekt zeigen. Klar und strahlend ist daher nicht negativ zu beurteilen. Transparent, matte und trübe Weine, lassen zwar Licht durchscheinen, zeigen aber Trübungen, die oft Aufgrund Eiweißinstabilität oder Oxidationsprozesse entstehen, oder auf unzureichende Filtration schließen lassen. Sie müssen aber nicht olfaktorisch oder gustatorisch beeinträchtigen. über die Trübung verrät der Wein Veränderbarkeiten, die bei darauf folgender degustatorischer Prüfung mehr Beachtung finden muss.
- A2 Farbe braun -> rot -> violett für die Rotweine
- A3 Farbe braun -> gelb -> hellgrün für die Weißweine
- A4 Konsistenz / Viskosität
Schlierenbildung ist bedingt durch vorhandenen Alkohole, verschiedene Zuckerarten und Mineralstoffe. Auch Luftfeuchte, Temperaturdifferenz (Kondensation) und verschiedene Glasoberflächen beeinflussen diesen Effekt.
Ihre Intensität kann sowohl positiv als auch negativ für die qualitative Einschätzung sein, je nach Herkunft und Rebsorte. Fehlfarben können Hinweise auf Fehler oder übermäßige Oxidation sein.
- A1 Klarheit:
- B Aromaaspekte
Aromen sind verschiedene Stoffgruppen, die ausschließlich gerochen werden können, die jedoch mehr als 90% der Erkennung eines Weines ausmachen. Neben den Einteilungen in Primär- aus der Traube selbst, Sekundär- während des Ausbaues oder gärungsbedingte Düfte und Tertiäraromen Lagerungs- oder Reifenoten, lassen sie sich zur vereinfachten Assoziationshilfe entsprechend dem Aromarad in Familien einteilen: Die ersten Düfte eines Weines sind blumig oder fruchtig, gefolgt von vegetabil oder gemüsigen Anteilen , zu würzigen, Röstaromaten, holzig zu erdig- balsamisch, animalischen und chemischen Noten.
- B6 Gesamtintensität
Der Gesamtwert der riechbaren Elemente im Wein sind hier quantitativ zu dokumentieren.
- C1 Süß
Die wichtigsten Zuckerarten im Wein sind Fruktose und Glucose. Die Traube bringt beide Zuckerarten je zur Hälfte mit. Während der Gärung vergärt zuerst die Glucose und dann erst die Fruktose. Hat ein Wein eine natürliche Restsüße, wird es immer die Fruktose sein. Ist dem Wein nach der Gärung Süßreserve zugesetzt worden, wird es immer ein Gemisch aus Fructose und Glucose sein.
- C2 Sauer
Die Wein- und die Apfelsäure sind die häufigsten im Wein vertretenen Säuren. Die Apfelsäure wirkt etwas härter und spitzer im Mund. Sie verursacht am Gaumen und an der Mundschleimhaut Irritationen, die z.B. Speichelfluss oder ein deutliches Gribbeln hervorruft. Der sauere Geschmack ist im vorderen Mundbereich ausgeprägter und etwas heftiger als der, der Weinsäure. Die Weinsäure wirkt weniger aggressiv und ist eher im hinteren Mundbereich spürbar.
- C3 Salzig, Mineralisch / Extrakt
Die Mineralstoffe oder der Extrakt im Wein ist neben der Restsüße und dem Alkohol ebenfalls ein wichtiger Inhaltsstoff des Weines und für Fülle und Körper verantwortlich. Mineralstoffe sorgen somit für den "guten" besser für den intensiven Geschmack. Der Extrakt ist außerdem ein wichtiger Parameter für die Qualität eines Weines. Ist der Extrakt hoch wuchsen im Weinberg verhältnismäßig wenig Trauben pro Stock und pro Fläche, was zu einer Konzentration der Inhaltsstoffe führt. Die Intensität eines Weines steigt dadurch an und der Wein wird so besser beurteilt. Sie merken den erhöhten Extraktgehalt in einem Wein daran, dass beim Spülen des Mundes mit Wein die Zähne etwas stumpf werden, ähnlich wie man es beim Essen von Spinat kennt. Manchmal wirken extraktreiche Weine etwas salzig.
Verwechseln Sie nicht die Mundwirkung von Extrakt und Säure. Beide Stoffe führen zwar zu einer Irritation der Mundschleimhaut, aber der Extrakt wirkt eher im vorderen Mundbereich wohingegen die Säure eher im hinteren seitlichen Mundbereich spürbar ist. Versuchen Sie einmal genau darauf zu achten welche Weine und welche Inhaltsstoffe wo im Mund ihre Wirkung entfalten. Bei Rotweinen kommt eine zusätzliche Irritation durch die Gerbstoffe hinzu, diese wirken vor allem im hinteren Halsbereich und haben einen zusammenziehenden Effekt.
- C4 Bitter
Sind Bitterstoffe eindeutig erkennbar, werden diese z.B. bei einem jungen Rotwein anders beurteilt als bei einem Weißwein.
- C5 Phenole / Tannin
Wie viele phenolische Wirkungen als Tannin oder andere Polyphenole sind vorhanden? Ein phenolisches Mundgefühl setzt bereits ein, wenn noch keine deutliche Adstringenz spürbar ist. Maisschestandzeiten begünstigen diesen Effekt.
- C6 Adstringenz / Haptik
Deutliche Gerbstoffe verursachen intensive adstringente Erscheinungen an der Schleimhaut. Je nach Sorte, Ausbau und Lagerung werden sie unterschiedlich eingeschätzt. Sie wirken bisweilen spröde, spitz, hart, grün, seidig, samtig, weich, rund, pelzig, kratzig und schmecken teilweise auch bitter.
- C7 Alkoholeindruck
Der Alkoholeindruck in der Nasenschleimhaut wird im hinteren Nasenbereich wahrgenommen. Er kann von leicht wärmend, voluminös auskleidend bist zum brandig-scharfer Empfindung reichen.
- C8 CO2
Bei allen Schaumweinen und Perlweinen und frisch gefüllten Weißweinen wird eine CO2 Erscheinung eher positiv beurteilt. Kleine Perlen: hochwertige Qualität, abhängig vom Druck und dem eingearbeiteten Moussierpunkt.
- C9 Intensität / Volumen
Gefragt wird nach dem Zusammenspiel und der Gesamtintensität aus Aromaaspekten, schmeckbaren Aspekten und haptischen Aspekten.
- C10 Nachhall / Länge
Der Nachhall wird zeitlich bei verschiedenen Instituten und Nationalitäten differenziert beschrieben. Es gibt keine einheitliche Definition. Sinn macht ein nach Sekunden eingeteilter "Nachgeschmack". Beurteilt werden olfaktorische und gustatorischen sowie haptische Erlebnissen in ihrem Gesamtbild.
- C11 Balance
Einzelkomponenten sind gut ausbalanciert & bilden dynamische Linie. Gleichmäßiges Erleben im Mund ist gewährleistet, ohne auffallenden Ecken und Kanten.
- D Potential
Gefragt wird nach dem Oxidationspotential des Weines. Je höher das erkannte Oxidationspotential, bedingt durch Extrakt, Alkohol, Gerbstoff ist, desto länger ist die Lagerkapazität einzuschätzen.
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